Nachtspeicherheizung: Strom, Zähler und Tarifwahl

Nachtspeicherheizungen laden Wärme zu festgelegten Zeiten und geben sie über den Tag ab. Abgerechnet wird meist über einen eigenen Heizstromtarif mit Zweitarifzähler. Auch hier ist ein Anbieterwechsel möglich, wenn du einige Besonderheiten beachtest.
So funktioniert eine Nachtspeicherheizung
Eine Nachtspeicherheizung besteht aus einem Heizelement und einem Speicherkern, meist aus keramischem Material. In den Freigabezeiten wird der Kern elektrisch aufgeheizt. Die gespeicherte Wärme gibt das Gerät anschließend über Stunden an den Raum ab, teils passiv über die Oberfläche, teils über ein Gebläse, das du regeln kannst.
Wann die Geräte laden dürfen, legt der Netzbetreiber fest. Ursprünglich lagen die Freigabezeiten vor allem in der Nacht, weil die Netze dann weniger ausgelastet waren. Heute können je nach Netzgebiet auch Zeitfenster am Tag dazukommen. Gesteuert wird die Freigabe über einen Rundsteuerempfänger oder eine Schaltuhr im Zählerschrank.
Wie viel Wärme gespeichert wird, regelt eine Aufladesteuerung. Sie berücksichtigt meist die Außentemperatur und eine Einstellung für die gewünschte Restwärme. Eine gut eingestellte Aufladesteuerung verhindert, dass die Geräte mehr Wärme laden als am Folgetag gebraucht wird. Das wirkt sich direkt auf deinen Verbrauch aus.
Wenn du direkt nachrechnen willst: Der Rechner zeigt Stromtarife für deine Postleitzahl und deinen Verbrauch.
Zweitarifzähler und getrennte Messung
Für Nachtspeicherheizungen wird der Strom in vielen Häusern über einen eigenen Zähler gemessen. Häufig ist das ein Zweitarifzähler mit zwei Zählwerken: HT für den Hochtarif und NT für den Niedertarif. Das jeweilige Zählwerk wird über das Signal des Netzbetreibers umgeschaltet.
Manche Anlagen sind so verschaltet, dass die Speicherheizung über einen separaten Eintarifzähler läuft, während der Haushaltsstrom über einen anderen Zähler gemessen wird. In anderen Fällen läuft auch der Haushaltsstrom in den Niedertarifzeiten über den Zweitarifzähler. Welche Variante bei dir besteht, erkennst du an der Zahl der Zähler und an den Angaben auf deiner Rechnung.
Für die Abrechnung musst du beide Zählwerke korrekt ablesen und melden. Verwechslungen zwischen HT und NT führen zu falschen Rechnungen. Achte auf die Beschriftung am Zähler und notiere beide Werte getrennt mit Datum. Bei modernen Messeinrichtungen werden die Tarifzählwerke im Display oft mit 1.8.1 und 1.8.2 angezeigt. Welche Zahl welchem Tarif entspricht, erfährst du beim Messstellenbetreiber.
Beide Zählwerke fotografieren
Fotografiere bei jeder Ablesung beide Zählwerke deines Zweitarifzählers mit sichtbarer Beschriftung. So kannst du Verwechslungen zwischen Hoch- und Niedertarif jederzeit nachweisen.
Heizstromtarif wechseln
Auch für Nachtspeicherheizungen kannst du den Lieferanten wechseln. Viele Haushalte sind noch beim örtlichen Grundversorger, obwohl es in vielen Netzgebieten weitere Anbieter von Heizstrom gibt. Der Wechsel läuft nach denselben Regeln wie beim Haushaltsstrom: kostenlos, ohne Unterbrechung und mit Anmeldung durch den neuen Lieferanten beim Netzbetreiber.
Für den Vergleich brauchst du die Verbrauchswerte beider Zählwerke aus der letzten Jahresabrechnung. Ein Tarif für Zweitarifzähler hat getrennte Arbeitspreise für Hoch- und Niedertarif. Nur wenn du beide Verbrauchsmengen eingibst, ist der Vergleich aussagekräftig.
Achte darauf, dass der neue Tarif zu deiner Messsituation passt. Ein Tarif für einen gemeinsamen Zähler eignet sich nicht für eine getrennte Messung und umgekehrt. Gib bei der Anmeldung die richtige Zählernummer und Marktlokation an. Da Heizstromverbrauch stark von der Witterung abhängt, solltest du außerdem mehrere Jahre betrachten und beim Abschlag eine Reserve für kalte Winter einplanen.
Verbrauch im Griff behalten
Bei Nachtspeicherheizungen hängt der Verbrauch stark von Einstellungen und Nutzung ab. Prüfe zuerst die Aufladesteuerung: Ist die Ladung an die Außentemperatur gekoppelt, und passt die eingestellte Restwärme zu deinem Bedarf? Eine zu hohe Grundeinstellung führt dazu, dass mehr Wärme geladen wird als nötig.
Auch die Entladung beeinflusst den Komfort und indirekt den Verbrauch. Lässt du das Gebläse früh am Tag stark laufen, ist der Speicher am Abend leer, und es wird womöglich mit Zusatzheizungen zum Hochtarif nachgeheizt. Eine gleichmäßige, bedarfsgerechte Entladung ist meist sinnvoller.
Raumweise lohnt ein kritischer Blick: Müssen alle Räume gleich warm sein? Wenig genutzte Räume können mit niedrigerer Ladung auskommen, sofern keine Feuchtigkeits- oder Schimmelgefahr entsteht. Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen solltest du geschlossen halten. Bei sehr alten Geräten mit defekter Steuerung kann sich ein Austausch der Steuerung oder des Geräts lohnen. Lass das von einer Fachkraft beurteilen.
Sicherheit bei älteren Geräten
Ältere Nachtspeicheröfen können Asbest enthalten. Betroffen sind vor allem Geräte, die bis in die 1980er-Jahre hergestellt wurden. Solange das Gerät intakt ist und nicht geöffnet wird, ist das Risiko geringer. Gefährlich wird es, wenn Fasern freigesetzt werden, etwa bei Beschädigungen, Reparaturen oder unsachgemäßem Abbau.
Öffne ein älteres Gerät deshalb nie selbst. Informationen zum Gerätetyp findest du auf dem Typenschild, das meist an der Seite oder unter einer Abdeckung angebracht ist. Mit Hersteller und Typ lässt sich bei Fachbetrieben oder Herstellerlisten klären, ob ein Verdacht besteht.
Der Ausbau asbesthaltiger Geräte darf nur von Fachbetrieben mit entsprechender Sachkunde durchgeführt werden. Die Entsorgung unterliegt besonderen Vorschriften. Plane einen solchen Austausch frühzeitig, wenn du ohnehin über eine Modernisierung der Heizung nachdenkst. Bei einer Umstellung auf eine andere Heizungsart ändert sich auch dein Stromvertrag: Ein Heizstromtarif wird dann eventuell nicht mehr gebraucht oder muss angepasst werden.
| Begriff | Bedeutung | Praxis-Hinweis |
|---|---|---|
| HT | Hochtarif-Zählwerk | Verbrauch außerhalb der Freigabezeiten |
| NT | Niedertarif-Zählwerk | Verbrauch in den Freigabezeiten |
| Freigabezeit | Vom Netzbetreiber festgelegtes Ladefenster | Je nach Netzgebiet unterschiedlich |
| Rundsteuerempfänger | Empfängt Schaltsignale des Netzbetreibers | Sitzt meist im Zählerschrank |
| Aufladesteuerung | Regelt die Ladung nach Bedarf | Einstellung beeinflusst den Verbrauch |
| Typenschild | Angaben zu Hersteller und Baujahr | Wichtig für Asbest-Einschätzung |
Checkliste
- Zähleranordnung und Zählwerke prüfen
- Verbrauch HT und NT aus der Rechnung notieren
- Tarif passend zur Messsituation wählen
- Aufladesteuerung und Restwärme einstellen
- Entladung über den Tag gleichmäßig verteilen
- Typenschild älterer Geräte prüfen
- Ältere Geräte niemals selbst öffnen
Häufige Fragen
Kann ich bei Nachtspeicherheizung den Anbieter wechseln?
Ja. Auch Heizstrom unterliegt dem Wettbewerb. Wichtig ist, dass der neue Tarif zu deiner Zähleranordnung passt und du beide Verbrauchswerte angibst.
Wer legt die Ladezeiten fest?
Die Freigabezeiten bestimmt der Netzbetreiber. Sie werden über einen Rundsteuerempfänger oder eine Schaltuhr umgesetzt.
Woran erkenne ich, ob mein Gerät Asbest enthält?
Ein Verdacht besteht vor allem bei älteren Geräten. Prüfe Hersteller und Typ auf dem Typenschild und lass dich von einem Fachbetrieb beraten. Öffne das Gerät nicht selbst.
Was bedeuten HT und NT auf dem Zähler?
HT steht für Hochtarif, NT für Niedertarif. Beide Zählwerke werden getrennt abgelesen und zu unterschiedlichen Preisen abgerechnet.
Fazit
Bei Nachtspeicherheizungen entscheiden Zähleranordnung, Aufladesteuerung und Tarifwahl über die Kosten. Ein Anbieterwechsel ist möglich, wenn der neue Tarif zur Messsituation passt.
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Quellen und Stand
Zuletzt geprüft: 2026-10-04
Recherche und Pflege: Redaktion Strom-Vergleichen.com.
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