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Ferraris-Zähler

Lexikon · Messung und Technik · Stand: 2026-10-04 · Redaktion

Kurzdefinition

Der Ferraris-Zähler ist ein elektromechanischer Stromzähler mit drehender Aluminiumscheibe und mechanischem Rollenzählwerk.

Erklärung

Der Ferraris-Zähler ist nach dem italienischen Physiker Galileo Ferraris benannt, auf dessen Erkenntnissen sein Messprinzip beruht. Im Inneren erzeugt der Stromfluss Magnetfelder, die eine Aluminiumscheibe in Drehung versetzen. Die Drehgeschwindigkeit ist proportional zur aktuellen Leistung, ein Rollenzählwerk summiert den Verbrauch in Kilowattstunden.

Über Jahrzehnte war der Ferraris-Zähler der Standard in deutschen Haushalten. Er ist robust und langlebig, kann aber keine Daten speichern oder übertragen und muss vor Ort abgelesen werden. Eine Unterscheidung nach Tageszeiten ist nur mit zusätzlichen Zählwerken möglich.

Nach dem Messstellenbetriebsgesetz werden Ferraris-Zähler schrittweise durch moderne Messeinrichtungen oder intelligente Messsysteme ersetzt. Den Zeitpunkt des Austauschs bestimmt in der Regel der Messstellenbetreiber. Bei Photovoltaikanlagen ohne Rücklaufsperre drehte sich die Scheibe früher teilweise rückwärts, was heute nur noch in Übergangsfällen bei Balkonkraftwerken geduldet wird.

Beispiel

Im Keller eines Altbaus dreht sich noch die Scheibe eines Ferraris-Zählers, der demnächst gegen ein digitales Gerät getauscht werden soll.